Die Abkürzung POV steht für die Bezeichnung Point of View steht. Man meint in diesem Zusammenhang eine spezielle Kameraführung, bei der der Zuseher alles mit den Augen des Handelnden sieht. Er glaubt dadurch, Teil der Handlung zu sein, und fühlt sich in den Film hineinversetzt, als würde er selbst die Hauptrolle einnehmen. Im Deutschen spricht man zumeist von der subjektiven Kamera oder der subjektiven Einstellung.
Ein POV shot besteht zumeist aus zwei unterschiedlichen Szenen, wobei die erste einen Akteur zeigt, der konzentriert auf eine Situation blickt, die in der nächsten Szene gezeigt wird. Die Reihenfolge der beiden Szenen ist jedoch keinesfalls zwingend. Man kann einen POV shot auch erst im Nachhinein als einen solchen erkenntlich machen. Ein weiteres Stilmittel, das häufig beim POV shot zum Einsatz kommt, ist die Verfremdung. Man meint damit gewisse optische Störungen, die auf die unterschiedlichsten Sachverhalte hinweisen sollen. So kann ein verschwommenes Bild beispielsweise die Sicht eines Brillenträgers nach dem Verlust seiner Sehhilfe darstellen. Häufig werden allerdings auch lediglich die Ränder etwas verschwommen dargestellt, um darauf hinzuweisen, dass es sich um einen Traum handelt. POV shots werden zumeist verwendet, um gewisse Gemütslagen deutlicher zum Ausdruck zu bringen, wie etwa Traurigkeit oder Fassungslosigkeit. POV shots finden in zahlreichen Filmen unabhängig vom Genre Verwendung, wobei eine besondere Erscheinungsform POV Pornofilme sind.
Die Technik des POV shots wird in der Pornobranche eingesetzt, um den Geschlechtsakt aus der Sicht eines bestimmten Akteurs darzustellen. Zumeist handelt es sich dabei um die Perspektive des männlichen Darstellers, wobei POV shots vereinzelt auch die Sicht des weiblichen Sexualpartners besser illustrieren sollen. POV shots finden unabhängig von sexuellen Praktiken Verwendung. Häufig wird ein POV shot auch dann verwendet, wenn der Mann den Penis in die Vagina oder den Anus seiner Sexualpartnerin einführt, um diese entscheidende Szene besser zu zeigen. Es sind aber auch Produktionen bekannt, die einzig und allein aus der subjektiven Sicht bestehen. Gewisse Regisseure haben sich auf diese spezielle Filmtechnik spezialisiert und sind wahre Fachmänner auf dem Gebiet des POV shots, wie etwa Peter North, der eine eigene Filmreihe mit dem Titel P.O.V. veröffentlicht hat. Früher war er als Akteur vor allem durch seine Eigenschaft bekannt, besonders große Mengen an Sperma auf den Körper der Sexualpartnerinnen ejakulieren zu können.